Aktuelles

 

Dokumentation

Integriertes Handlungskonzept für die Wupperorte in Radevormwald (InHK Wupperorte)

Dokumentation

(Stand Mai 2017)

Stadt Radevormwald - Bauverwaltungsamt
Burkhard Klein (Amtsleiter)
Hohenfuhrstraße 13
42477 Radevormwald
Telefon: 02195 / 606 - 205
Telefax: 02195 / 606 - 116
e-Mail: » burkhard.klein@radevormwald.de

Anlass der Dokumentation


Das Verfahren zur Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes für die Wupperorte in Radevormwald (kurz: InHK Wupperorte) wird im Folgenden dokumentiert und stetig fortgeschrieben, so dass jederzeit der aktuelle Stand nachvollziehbar ist. Die Dokumentation dient der Information der beteiligten Behörden.

Anlass des Prozesses


Die Stadt Radevormwald steht vor der großen Herausforderung, auf die Veränderungen im neben der Innenstadt größten Siedlungsschwerpunkt im Stadtgebiet, die sogenannten Wupperortschaften, reagieren zu müssen. Es gilt, für die negativen Entwicklungen der Vergangenheit sowie die künftigen neue Strategien zu entwickeln.

In den Wupperortschaften besteht die Gefahr, dass einzelne Wohnquartiere, in denen die demografischen Veränderungen schon früh begonnen haben, deutlich an Lebensqualität verlieren. Darüber hinaus bestehen deutliche Defizite in der (Nah-) Versorgung und bei der Mobilität. In der Gesamtheit können diese Faktoren dazu führen, dass die Wupperortschaften in naher Zukunft zu einem sozialen Brennpunkt werden.

Mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger der Wupperortschaften hat die Stadt Radevormwald gemeinsam mit dem Oberbergischen Kreis das "Integrierte Handlungskonzept Wupperorte" erarbeitet. Damit wird zum Einen die Grundlage dafür geschaffen, über das EU-Förderprogramm "Starke Quartiere - starke Menschen" finanzielle Unterstützung zu erhalten. Zum Anderen dient es für die kommenden Jahre als Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung in diesem Quartier.

Die Förderkulisse "Starke Menschen und starke Quartiere" zielt darauf ab, soziale Benachteiligungen, die in der Regel durch strukturelle Beeinträchtigungen mit verursacht wurden, bedarfsgerecht zu kompensieren. Mobilität, ärztliche Versorgung, Sicherstellung von Begegnungsmöglichkeiten und Erhalt und Unterstützung der Vereinsstrukturen sind einige der Themen, die mit den Bürgern thematisiert und weiter entwickelt werden sollen.

Grundsätzlich zeigt sich der demografische Wandel in den Wupperortschaften in einem zur Gesamtstadt überproportional hohen Verlust der Einwohner. Die Einwohner der Wupperorte werden langfristig älter, in ihrer Zusammensetzung immer bunter und in ihrer Lebensführung individueller. Diese gesellschaftlichen Veränderungen sowie die Besonderheiten der historischen Struktur der Wupperortschaften erfordern eine Anpassung der Quartiersstruktur, der Wohnangebote und vieler sozialer und kultureller Angebote, um selbstständige Lebensführungen und eine möglichst hohe Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern und möglichst langfristig zu erhalten.

Vor dem Hintergrund soll das InHK Wupperorte Perspektiven aufzeigen, aus denen konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Quartiers abgeleitet werden.

Planungs- und Kommunikationsprozess


Das InHK Wupperorte basiert auf einem akteursbezogenen Prozess, also einer Partizipation der lokalen Akteure, denn hinsichtlich der Quartiersentwicklung wissen die Bürgerinnen und Bürger der Wupperorte am besten, wie dieser Ort zukünftig beschaffen sein soll.

Arbeitsgruppe Stadt / Oberbergischer Kreis


In einem ersten Schritt wurde eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathauses sowie der Kreisverwaltung eingerichtet. Aufgrund der Bedeutung der Aufgabe wurden die AmtsleiterInnen des Hauptamtes (age friendly cities), des Ordnungsamtes, des Sozialamtes, des Amtes für Schule, Kultur und Sport, des Jugendamtes, des Bauverwaltungsamtes sowie des Technischen Bauamtes in die Arbeitsgruppe berufen. Seitens der Kreisverwaltung bzw. der Oberbergischen Aufbaugesellschaft mbH beteiligen sich verschiedene MitarbeiterInnen der Kreis- und Regionalentwicklung je nach Bedarf an der Arbeitsgruppe.

Die Projektleitung obliegt für den Oberbergischen Kreis Frau Fiedler und für die Stadt Radevormwald Herrn Klein.

Die übergreifende Arbeitsgruppe hat zunächst Themenfelder herausgearbeitet und Datengrundlagen zusammen gestellt, um einen Einstieg in den Prozess zu finden. Darüber hinaus wurde herausgefiltert und in einer Liste zusammen gefasst, welche externen Akteure aufgrund ihres Berufs oder ihres ehrenamtlichen Engagements für die Entwicklung der Wupperorte eine wichtige Rolle spielen könnten.

Gemeinsam mit Frau Steuer von der Region Köln-Bonn e. V. und dem Oberbergischen Kreis wurde vereinbart, eine Veranstaltung zu organisieren, in der alle beteiligten Behörden, andere Städte und Gemeinden des Oberbergischen Kreises sowie insbesondere die Akteure der Wupperorte auf breiter Basis über die Möglichkeiten informiert und zur Beteiligung am Prozess der Erarbeitung des InHK Wupperorte motiviert werden.

Auftaktveranstaltung vom 29.03.2017


Zunächst wurde am 29.03.2017 auf eine gemeinsame Initiative des Bürgermeisters der Stadt Radevormwald, Herr Mans, und des Landrats des Oberbergischen Kreises, Herr Hagt, eine Auftaktveranstaltung in der ehemaligen Tuchfabrik Wülfing innerhalb des Quartiers der Wupperorte durchgeführt. An dieser Veranstaltung konnten alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen. Daneben wurden wichtige Akteure aus anderen Städten und Gemeinden des Oberbergischen Kreises, Vereine und Kirchengemeinde der Wupperorte sowie ausgewählten und für den Prozess wichtige Akteure schriftlich eingeladen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung haben Frau Nakelski aus dem Ministerium Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW (» siehe Anlage 1), Frau van Santen aus dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (» siehe Anlage 2)) sowie Herr Wörmann von der Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung (» siehe Anlage 3), Herr Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises, sowie Herr Mans, Bürgermeister der Stadt Radevormwald, verschiedene Vorträge mit dem Ziel gehalten, alle Interessierten über die Möglichkeiten und Chancen des Projektes "Starke Quartiere - starke Menschen" zu informieren und gleichzeitig zur aktiven Mitarbeit zu begleiten (» siehe Pressebericht Anlage 4).

Bürgerversammlung vom 27.04.2017


Die erste Bürgerversammlung am 27.04.2017 stand unter der Überschrift der Erarbeitung der Problemlagen der Wupperorte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Wupperorte. Zuvor wurden Themen und Handlungsfelder nach der ersten Auswertung der erhobenen Daten sowie der örtlichen Besonderheiten der Wupperorte vorstrukturiert.

Es wurden folgende Themen bearbeitet:
  • Kinder, Jugend und Bildung

  • age friendly cities (WHO-Projekt)

  • Mobilität / Nahverkehr

  • Öffentlicher Raum und Wohnumfeld

  • Versorgung und Gesundheit

  • Wirtschaft / Kommunikation

  • Textilfabrik Wülfing

Jeder der über 120 aktiven Bürgerinnen und Bürger hatte die Möglichkeit, seine Probleme oder Anregungen an den jeweiligen Thementischen zu äußern. Alle Anregungen wurden auf Karten dokumentiert und mit einem Punktesystem mit der Intention gewichtet, dass die am höchsten bepunkteten Themen im InHK Wupperorte berücksichtigt werden. Dies wurde über die folgenden, abfotografierten Tafeln dokumentiert.

Die nächsten Schritte


Im weiteren Verlauf des Prozesses der gemeinschaftlichen Erarbeitung des InHK Wupperorte folgen weitere Bürgerversammlungen und zahlreiche Einzelgespräche mit wichtigen Akteuren, um die gewichtigsten Punkte der einzelnen Themenfelder zu vertiefen und anschließend für das InHK dazu im Wege der Partizipation entsprechende Handlungsmaßnahmen zu entwickeln.

Das abschließend zu erstellende InHK Wupperorte bietet dann wiederum die Grundlage dafür, Fördermittel aus den unterschiedlichen Programmen der EU, des Bundes oder des Landes beantragen zu können.

In den nächsten Wochen wird zusätzlich eine eigene Homepage zum InHK Wupperorte eingerichtet. Dort werden dann sämtliche Informationen aus den jeweiligen Veranstaltungen bzw. zu den einzelnen Themenfeldern hinterlegt, künftige Termine benannt und interessante Seiten verlinkt. Darüber hinaus sollen die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, direkt über ein Kontaktformular Probleme oder Anregungen an die Projektverantwortlichen zu senden.

Burkhard Klein
 
NACH OBEN