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29.03.2017

Starke Quartiere - starke Menschen: Kreis unterstützt Kommunen für Förderprogramm

Der Oberbergische Kreis will benachteiligte Ortsteile fördern. Modellprojekt startet

Oberbergischer Kreis. Benachteiligte Ortsteile, die zunehmend an Lebensqualität verlieren, will der Oberbergische Kreis frühzeitig stärken. Unterstützung kommt von dem EUFörderprogramm "Starke Quartiere - starke Menschen". Für das Land Nordrhein-Westfalen stehen insgesamt rund 350 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 bereit, um benachteiligte Stadt- und Ortsteile zu stärken.

"Auch in oberbergischen Kommunen besteht die Gefahr, dass einzelne Wohnquartiere, in denen die demografischen Veränderungen schon früh begonnen haben, deutlich an Lebensqualität verlieren und Gefahr laufen zum sozialen Brennpunkt zu werden", sagt Landrat Jochen Hagt. "Wir laden daher alle Städte und Gemeinden ein, mit uns und ihren jeweiligen Kooperationspartnern vor Ort aktiv die Entwicklung benachteiligter Stadt- und Ortsteile anzugehen und mit guten Konzepten und Projekten die Quartiere und Ortsteile gemeinsam für die Zukunft fit zu machen."

Werben für das neue Förderprogramm Starke Quartiere - starke Menschen am historischen Industriestandort Wülfing in Radevormwald- Dahlerau (v.l.n.r.): Birgit Steuer, Geschäftsführerin der Regionalagentur Region Köln; Uwe Stranz, Dezernent für Kreisentwicklung OBK; Landrat Jochen Hagt; Johannes Mans, Bürgermeister der Stadt Radevormwald. (Foto: OBK)

Um Projekte effektiver und schneller umzusetzen, werden die engagierten Kommunen gemeinsam mit verschiedenen Partnern und Bürgerinnen und Bürgern Handlungskonzepte für benachteiligte Ortsteile entwickeln. Die Landesstrategie sieht vor, dass die Akteure in den betroffenen Gebieten intensiv zusammenarbeiten, um Konzepte zu entwerfen und dabei soziale, wirtschaftliche, arbeitsmarktpolitische, ökologische und vorbeugende Maßnahmen miteinander verbinden. Der Oberbergische Kreis setzt unter anderem Beate Fiedler, Kreis und Regionalentwicklung, als Koordinatorin und Ansprechpartnerin für die Entwicklung des Quartiersmanagements ein. Die Regionalagentur Region Köln hat mit Geschäftsführerin Birgit Steuer eine weitere Oberbergerin als Ansprechpartnerin für Vergabeverfahren.

Reger Austausch bei der Auftaktveranstaltung "Starke Quartiere - starke Menschen": (l.) Burkhard Klein, Bauamt der Stadt Rade und Beate Fiedler, Kreis- und Regionalentwicklung OBK stehen als Ansprechpartner für die Quartiersentwicklung der Wupperorte bereit. Uwe Stranz, Dezernent für Kreisentwicklung, moderiert. (Foto: OBK)

"Es werden keine isolierten Einzelprojekte gefördert. Die Kommunen sollen eine Strategie für ihre Ortsteile entwickeln - nicht einzelne Ideen, hier und da", sagt Sabine Nakelski vom Ministerium für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung und Verkehr NRW. Die Projektbeauftragte nennt ein Beispiel: "Wenn es die Dorfkneipe nicht mehr gibt, müssen neue Begegnungsräume geschaffen werden, die vielfältig zu nutzen sind, für Vereine, Initiativen und gleichzeitig auch für alte und junge Menschen."

Sabine Nakelski, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW ruft dazu auf, strukturschwache, sozial benachteiligte und imagebelastete Ortsteile zu fördern. (Foto: OBK)

Das erste integrierte Handlungskonzept wird derzeit als Modellprojekt für den Kreis in den Wupperorten in Radevormwald erarbeitet. Die Wupperorte mit ihren rund 4.000 Bewohnerinnen und Bewohnern erscheinen aufgrund der Dorf- und Quartiersentwicklung in den letzten Jahren für eine Teilnahme an dem Programm ganz besonders geeignet.

Großes Interesse am Quartiersmanagement für die Wupperorte. (Foto: OBK)

Rades Bürgermeister Johannes Mans ist von dem Förderprogramm begeistert: "Die Bürgerinnen und Bürger haben lange auf eine derartige Chance gewartet!" Der Bürgermeister spricht von einer Herzensangelegenheit, dass "die Menschen an den Wupperorten die gleiche Lebensqualität erhalten, wie die Bürgerinnen und Bürger im Stadtzentrum." Johannes Mans betont, dass die notwendigen Förderungen nicht aus dem eigenen Haushalt zu stemmen sind und die Stadt auf die bereitgestellten Fördergelder angewiesen ist. "Nun liegt es an uns, aus der Grundhaltung der eigenen Begeisterung Menschen zu erreichen, die gerade diese Motivation weiter tragen können", sagt Mans.

Gelegenheit dazu erhalten alle Interessierten bei einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 27. April 2017 um 18:00 Uhr in der Gemeinschaftsgrundschule Bergerhof-Wupper, Auf der Brede 33 in 42477 Radevormwald.

Informationen vorab erhalten Sie auf der Internetseite des Oberbergischen Kreises www.obk.de/ starke-quartiere und auf der Internetseite des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW.

Die Rede von Bürgermeister Johannes Mans

 

Auftaktveranstaltung

Sehr verehrte Damen und Herren,

es freut mich, dass so viele Besucher und Gäste heute den Weg zu uns in das Wülfingmuseum gefunden haben.
Seien Sie uns alle herzlich Willkommen.

Besonders begrüßen möchte ich unseren Landrat Herrn Hagt sowie die Damen und Herren der Kreisverwaltung, von Seiten des Ministeriums Frau Nakelski und Frau von Santen, von der Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung Herrn Wörmann und die Vertreter der Bezirksregierung. Ich danke ausdrücklich unseren Vertreterinnen und Vertretern des Stadtrates, sowie der Damen und Herren unserer Verwaltung für die engagierte Unterstützung und geleistete Arbeit.

Heute ist auch für mich ein denkwürdiger Tag.
Die ersten Kontakte, die ich mit den Menschen an den Wupperorten hatte, prägten mein Bemühen, hier wirkungsvoll mithelfen zu wollen, damit die Menschen die gleiche Lebensqualität erhalten, wie die Bürgerinnen und Bürgern im Stadtzentrum. Letztlich ist es ja die Verpflichtung der Politik, für eine bestmögliche Versorgung aller Rader zu sorgen.
Wie geschlossen die politisch Verantwortlichen hier hinter diesem Ziel stehen, hat die letzte Ratssitzung eindrucksvoll untermauert.

In meinen Ausführungen habe ich immer darauf hingewiesen, dass wir diese unterschiedlichen Förderungen nicht aus dem eigenen Haushalt stemmen können. Wir sind - und das ist bestimmt für die internen Kenner unserer Finanzmöglichkeiten keine Überraschung - auf Landes-, Bundes- und EU-Fördermittel angewiesen.

Das habe ich auch unseren Bürgerinnen und Bürgern deutlich formuliert und gerade in den Gesprächen mit Herrn Möselaken auch immer ein bisschen vertröstet. Dieses ständige Suchen nach bestmöglicher Unterstützung wurde dann bei unserem Schützenfest im letzten Jahr von unserem Landrat, Herrn Hagt, aufgegriffen und zu meiner Freude von ihm tatkräftig priorisiert. Bei diesem Austausch habe ich wahrgenommen, wie überzeugt und motiviert auch unser Landrat die Notwendigkeit gesehen hat, hier präventiv etwas für die Menschen der Wupperorte tun zu wollen.

Die Fördermaßnahmen des LEADER-Programmes zeigen die ersten Konkretisierungen und nun haben wir erreicht, dass wir - wie auf einer Plattform - nach Auswertung der wichtigen Sozialdaten und der Bestandsaufnahme durch Gespräche mit den wichtigsten Akteuren der Stadtteile, zielgerichtete Fördermaßnahmen beantragen werden. Dies alles wird nur im Einvernehmen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Politik und der Fördergeber erfolgen.

Ein wesentliches Element ist dabei die Mitbeteiligung der Bürger und Bürgerinnen, um sicherzustellen, dass die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen hier adäquat berücksichtigt werden. Um in diesen Dialog eintreten zu können, bedarf es einer fundierten Vorbereitung.

Von der Idee bis zur Beantragung der Fördermaßnahmen im Herbst diesen Jahres gab es viele und wird es noch viele Abstimmungsgespräche geben, innerhalb der Verwaltung, mit dem Kreis und dem Land. Und unsere Amtsleiter zeigen sich beeindruckt von dem Engagement der Kolleginnen und Kollegen bei Kreis und Land, hier dieses Projekt erfolgreich starten und umsetzen zu wollen.

Johannes Mans, Bürgermeister der Stadt Radevormwald (Foto: Atelier Krauskopf / Thomas Weber)

An der Stelle noch einmal ausdrücklich der Dank an die Damen und Herren der Kreisverwaltung, des Ministeriums, der Bezirksregierung sowie der Region Köln/Bonn e.V. Hier wird aller Orte spürbar, wie sehr man sich hier einbringen will. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Wupperorte strukturell aufgewertet werden. Der Prozess des immer stärker werdenden Zuzugs von Menschen in die Zentren kann nur durch eine Stärkung der Versorgungsleistung in den Stadtteilen entgegengewirkt werden.

Dass wir das alles schaffen können, davon sind wir überzeugt. Und um diese Umsetzung auch erfolgreich in Angriff nehmen zu können, müssen die unterschiedlichen Maßnahmen inhaltlich und zeitlich in einem Gesamtplan abgestimmt und vereinbart werden.

Die Förderkulisse "Starke Menschen und starke Quartiere" zielt darauf ab, soziale Benachteiligungen, die in der Regel durch strukturelle Beeinträchtigungen mit verursacht wurden, bedarfsgerecht zu kompensieren. Mobilität, ärztliche Versorgung, Sicherstellung von Begegnungsmöglichkeiten und Erhalt und Unterstützung der Vereinstrukturen sind nur einige der genannten Themen, die wir mit den Bürgern besprechen und weiter entwickeln wollen. In dieser Phase der Entwicklung muss man sich gedanklich frei machen von dem Status Quo und sich fragen - was brauchen wir hier wirklich und wie können wir es erreichen, die Versorgung zu verbessern, indem wir die gesellschaftlichen Standards anpassen.

An dieser Stelle möchte ich besonders den Menschen danken, die sich hier nie haben beirren lassen und auch finanzielle Investitionen getätigt haben, damit es an den Wupperorten aufwärts geht. Hier möchte ich beispielhaft Familie Bartels und Herrn Caduff begrüßen, die sich hier auch von Anfang an mit großem Engagement als Investoren eingebracht haben. Richtiger Weise haben sie immer darauf hingewiesen, dass wir durch unser Denken und Formulieren gerade die positiven Ereignisse hervorheben sollten. Ich habe beiden die Unterstützung der Verwaltung zugesichert und es freut mich besonders, dass Sie heute die Zeit gefunden haben, hier bei uns sein zu können.

Wir stehen am Anfang eines komplexen Prozesses, der eine sehr enge Abstimmung und Kommunikation mit den unterschiedlichsten Zielgruppen erforderlich macht. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es für uns wichtig ist, sehr konkrete Maßnahmen zu beantragen, so dass auch für alle erkennbar ist, welche Verbesserungen der Lebensqualität hier angestrebt wird.

Nun liegt es wesentlich an uns, aus der Grundhaltung der eigenen Begeisterung Menschen zu erreichen, die gerade diese Motivation weiter tragen. Mir und uns ist es ein Herzensanliegen, hier die richtigen Schritte einzuleiten, damit wir uns auf einen erfolgreichen Weg begeben können. Die Bürgerinnen und Bürger haben lange auf eine derartige Chance gewartet. Lassen Sie uns damit beginnen!

Bei aller Euphorie werden wir auch strukturelle Veränderungen einbeziehen, die wir offen und ungeschönt kommunizieren werden. Wir wollen hier nicht in Luftschlösser investieren, sondern an der Lebenswirklichkeit unsere Ziele ausrichten. Aktuell müssen wir davon ausgehen, dass eine wichtige Serviceleistung im Finanzbereich neu ausgerichtet wird und dann bedarfs- und kundenfreundlich weiterentwickelt wird. Das Ziel dieser Maßnahme ist eine nachhaltige Sicherstellung der Leistung für die Bürger.

Für mich ist es ein guter Tag, weil sich Möglichkeiten eröffnen, die wir mit unseren Mitbürgern hier entwickeln werden. Danke für die tolle Arbeit hier in den Wupperorten und herzlichen Dank an unsere engagierten Damen und Herren der Verwaltung, dem Einsatz der Kolleginnen und Kollegen des Kreises, der tatkräftigen und vertrauensvollen im Unterstützung des Ministeriums und der Bezirksregierung sowie der Region Köln/Bonn e.V..
Die Menschen danken es Ihnen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Tagesordnung

 

Auftaktveranstaltung

 

Starke Gemeinschaften - starkes Oberberg

Info-Veranstaltung "Quartiersentwicklung Wupperorte"

29.03.2017, 17:30 Uhr


Wülfing-Museum, Am Graben 4, 42477 Radevormwald/Dahlerau

Ablaufplan
Moderation Uwe Stranz, Dezernent | Oberbergischer Kreis
  • ab 17:30 Uhr


    Ankommen und Kaffee / Begrüßung

  • 18:00


    Johannes Mans | Bürgermeister der Stadt Radevormwald

    Alle kommen mit! Neue Chancen und Herausforderungen einer integrativen Quartiersentwicklung

    Jochen Hagt | Landrat

    Ziele des Kreises und Angebote an die Kommunen


  • 18:25 Uhr


    Sabine Nakelski | Ministerium für Bauen, Wohnen und Stadt- entwicklung und Verkehr NRW

    Der Aufruf "Starke Quartiere - starke Menschen" - Chancen für strukturschwache, sozial benachteiligte und imagebelastete Stadtquartiere und Ortsteile

    Sabrina von Santen | Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales

    Starke Quartiere - starke Menschen präventive und nachhaltige Entwicklung von Quartieren und Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung

    Norbert Wörmann | Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpfung

    Gemeinsam planen - gezielt handeln. Anforderungen an die Entwicklung von Integrierter Handlungskonzepte


  • 19:45 Uhr


    Akteure im moderierten Gespräch
    Schulleiter, Hr. Klein, Fr. Fiedler, Sozialraum-Koordinator, BM

    Johannes Mans | Bürgermeister der Stadt Radevormwald

    Startschuss und Ankündigung der Bürgerversammlung


  • 20:00 Uhr


    Ausklang / Imbiss

 
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